Beim Immobilienkauf gibt es diesen besonderen Moment: Man betritt ein Haus und sieht in Gedanken schon das gemeinsame Frühstück auf der Terrasse, gemütliche Abende im Wohnzimmer und ein Zuhause für einen neuen Lebensabschnitt. Doch bevor eine Immobilie dieses Gefühl auslösen kann, muss sie die Vorauswahl der Kaufinteressierten bestehen.
Neben Lage, Grundriss und Ausstattung spielt seit den letzten Jahren auch der technische und energetische Zustand eine immer größere und wichtigere Rolle. Scheint der Aufwand für notwendige Modernisierungen zu hoch, kann ein Haus bereits vor der ersten Besichtigung aussortiert werden. Für Eigentümerinnen und Eigentümer wird eine fundierte Einschätzung ihrer Immobilie deshalb schon vor dem Verkaufsstart umso wichtiger.
Ein schönes Bad ist ein Pluspunkt – aber kein Zustandsbericht
Wer früher ein Haus mit bereits modernisiertem Bad besichtigte, bekam schnell ein gutes Bauchgefühl: Ein großer Sanierungsposten war erledigt, und die moderne Ausstattung ließ auch den Rest des Hauses gepflegt erscheinen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst hat. Es ist technologieoffener angelegt und lässt Eigentümerinnen und Eigentümern mehr Wahl bei der Heizungsart. Welche Anforderungen und Kosten für ein konkretes Objekt relevant sind, hängt vom Gebäude und dem jeweiligen Vorhaben ab. Mögliche Pflichten sollten deshalb im Einzelfall geprüft und nicht pauschal angenommen werden. Stehen Dachdämmung, Heizungstausch oder eine Solaranlage an, kann die Badsanierung finanziell in den Hintergrund rücken. Ein schönes Ausstattungsdetail wie ein modernes Bad bleibt immer noch ein Pluspunkt – für die Kaufentscheidung zählt aber mittlerweile mehr, wie das Haus technisch und energetisch aufgestellt ist.
Umfragen unterstreichen die Bedeutung der Energieeffizienz
Eine Online-Umfrage von VON POLL IMMOBILIEN unter 236 selbstständigen Immobilienexperten des Unternehmens im Mai 2026 zeigt: 48,3 Prozent beobachten einen starken Einfluss der Energieeffizienz auf die Kaufentscheidung, weitere 20,6 Prozent einen sehr starken Einfluss. Die Ergebnisse geben die Einschätzung der befragten Makler wieder.
Die repräsentative immowelt-Umfrage vom Mai 2024 beleuchtet die Käuferperspektive. Von den Befragten, die innerhalb der nächsten zwölf Monate eine Immobilie erwerben wollten, gaben 91 Prozent an, gezielt auf die Energieeffizienz zu achten. Für 35 Prozent war eine schlechte Energiebilanz sogar ein Ausschlusskriterium: Sie wollten nur Immobilien mit einem guten energetischen Standard besichtigen.
Die Erhebungen sind methodisch nicht direkt vergleichbar. Beide zeigen jedoch, dass der energetische Zustand sowohl bei der Vorauswahl als auch bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle spielen kann.
Welche technischen Merkmale beim Verkauf zählen
Für eine nachvollziehbare Einschätzung sind insbesondere folgende Punkte relevant:
- Alter und Zustand der Heizungsanlage
- Energieausweis, Effizienzklasse und Verbrauch
- Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke
- Alter, Zustand und energetische Qualität der Fenster
- Photovoltaikanlage und Stromspeicher
- Zustand von Elektrik und Leitungen
- Wärmeverteilung, etwa über Heizkörper oder Fußbodenheizung
- Wallbox oder vorbereitete Ladeinfrastruktur
- Nachweise über bereits durchgeführte energetische Modernisierungen
Eine erneuerte Heizung oder ein bereits gedämmtes Dach könen Kaufinteressierten das gute Gefühl geben, dass wichtige Investitionen schon erledigt sind. Für noch ausstehende Arbeiten helfen aktuelle Angebote von Fachunternehmen, den finanziellen Aufwand greifbar zu machen. So lässt sich besser abschätzen, welche Kosten zum Kaufpreis hinzukommen. Das schafft Vertrauen und kann die Entscheidung für eine Immobilie erleichtern.
Was das für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet
Eine fundierte Kaufpreiseinschätzung berücksichtigt neben Lage, Größe und Ausstattung auch den energetischen Zustand und möglichen Modernisierungsbedarf. Vorhandene technische Stärken sollten bereits im Exposé konkret benannt und belegt werden. So können Interessierte erkennen, welche Arbeiten schon erledigt wurden und welche Investitionen gegebenenfalls noch anstehen.
Auch vor größeren Ausgaben für die Verkaufsvorbereitung lohnt sich eine Beratung. Denn nicht jede Erneuerung rechnet sich kurz vor dem Verkauf. Eine transparente Aufstellung der noch anstehenden Maßnahmen und ihrer voraussichtlichen Kosten kann bei späteren Kaufpreisverhandlungen eine gute Grundlage bieten. Wurde dieser Aufwand bei der Festlegung des Angebotspreises bereits berücksichtigt, lässt sich die Preisvorstellung gegenüber Kaufinteressierten nachvollziehbar begründen.
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Fazit: Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Preis, Zustand und Energieeffizienz
Energieeffizienz ist für viele Kaufinteressierte ein wichtiges Kriterium – allerdings nicht losgelöst vom Kaufpreis. In unserer Vermittlungspraxis beobachten wir, dass besonders energieeffiziente Immobilien häufig jünger und/oder höherpreisig sind. Kaufinteressierte wägen daher ab, ob der Kaufpreis zum Budget passt und wie er sich zu den erwarteten Energiekosten und möglichen Modernisierungen verhält. Andere entscheiden sich für ein älteres Haus, wenn Kaufpreis, Zustand und absehbare Investitionen für sie zusammenpassen.
Entscheidend ist somit das Gesamtpaket aus Kaufpreis, Zustand, Energieverbrauch und Modernisierungsbedarf. Eine frühzeitige Bestandsaufnahme hilft Eigentümerinnen und Eigentümern, die Stärken ihrer Immobilie zu belegen, offene Fragen zu klären und den Verkauf realistisch vorzubereiten.
Auch ein Haus mit Modernisierungsbedarf kann das richtige Zuhause sein, wenn Kaufpreis und notwendige Investitionen zusammenpassen. Werden der technische Zustand und das Potenzial des Hauses transparent vermittelt, bleibt bei der Besichtigung auch Raum für die Vorfreude auf das gemeinsame Frühstück auf der Terrasse.
Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Einschätzung Ihrer Immobilie. Gemeinsam planen wir die nächsten Schritte für Ihren erfolgreichen Verkauf.
Quellen
- VON POLL IMMOBILIEN: „Umfrage: Immobilienkäufer schauen immer stärker auf die Energiebilanz“, Pressemitteilung vom 16. Juni 2026. Online-Umfrage unter 236 selbstständigen Immobilienexpertinnen und -experten des Unternehmens, durchgeführt im Mai 2026.
- Immowelt: „Schlechte Energiebilanz? Schlechte Karten! 9 von 10 Käufern achten stark auf Effizienzklasse von Immobilien“, Pressemitteilung vom 26. November 2024. Repräsentative Online-Umfrage unter 2.027 Erwachsenen in Deutschland, durchgeführt im Mai 2024. Angaben zu Kaufinteressierten beziehen sich auf Befragte, die innerhalb der folgenden zwölf Monate einen Immobilienkauf planten.
- Bundesregierung: „Neues Gebäudemodernisierungsgesetz“, veröffentlicht am 29. Juli 2026.






